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So geht Fitness heute


Kolumne: Ode an die heilige Knolle

Einen fanatischen Kulinarik-Krieg hat er bereits in Küchen, Büros, Wohnzimmern (und Ehebetten) entfacht, friedliche Zeitgenossen zu erbitterten Gegnern gemacht, heiß begehrt wird er und mit Inbrunst gehasst: Der Knoblauch.

Ach, ich liebe einfach alles an ihm. Die sanften, elfenbeinfarbenen Rundungen seiner zart duftenden Zehen, die göttliche Schärfe seiner entblätterten Pracht und das unvergleichliche Aroma, mit dem er das einfachste Gericht in ein Feuerwerk geschmacklichen Hochgenusses verwandelt.

Und gesund ist er, schützt er doch erwiesenermaßen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wirkt antibakteriell und bekämpft freie Radikale. Wenn nur die Fahne nicht wäre ... Aber für dieses Problem gibt es eine ganz simple Lösung: Wir müssen einfach alle stinken. Und schon stinkt niemand mehr (zumindest nicht nach Knoblauch), jeder ist mordsmäßig gesund und Szenarien wie diese werden alltäglich:

"Ääähm ...", die herzallerliebste Kollegin schaut mich über ihren Monitor hinweg an: "Luja, ich frage ungern, aber – du riechst heute wirklich ziemlich streng. Hast du gestern keinen Knoblauch gegessen?"

"Nein", antworte ich und senke beschämt den Kopf. "Ist es sehr schlimm? Hast du vielleicht noch eins von deinen tollen Knoblauch-Kaugummis?"

Während die herzallerliebste Kollegin in ihrer Handtasche kramt, steckt eine andere ihren Kopf zur Tür herein. "Ich geh' zum Bäcker, kann ich euch was mitbringen? Uhh, was riecht denn hier ..."

Ich falle ihr ins Wort: "Ja, ich. Keinen Knoblauch gegessen. Sorry! Frag' doch bitte mal, ob die Knoblauch-Berliner noch im Angebot sind. Ansonsten einfach wie immer, zwei Knoblauch-Käse-Laugenstangen. Danke!"

"Alles klar, bis gleich", antwortet die Kollegin und schließt den Reißverschluss ihrer todschicken neuen Jacke aus Zwiebelfasern, um die wir sie alle beneiden – in der Trendfarbe der Saison: Bärlauch-Grün. 

Da, Ladies (und Gentlemen), da müssen wir hin.

Tut's für die Gesundheit.

Und für mich.

Bittedanke.