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So geht Fitness heute


Interview mit Julia Schuppel: "Geht ans Limit!"
Lebensfreude und Dynamik pur: Beim Workout mit Julia Schuppel geht die Motivation so schnell nicht flöten. Denn die vielseitige Fitness-Trainerin ist nicht nur ein Dance-Profi, sondern sorgt auch in ihren BBP- und High Intensity Kursen dafür, dass man mit Spaß an und über seine Grenzen geht – für den maximalen Trainingserfolg.

Im fitnessRAUM.de-Interview gibt sie Motivationstipps zum Dranbleiben, verrät ihre Tricks für ein abwechslungsreiches Training kombiniert mit gesunder Ernährung und stellt ihr neues Intensiv-Programm "Push your Limits" vor.

fitnessRAUM.de: Du hast eine große Bandbreite bei uns – von Dance Workouts, über BBP bis hin zu High Intensity Trainings. Was gefällt dir am besten?

Julia Schuppel: Die genannten Workouts sind sehr unterschiedlich, das stimmt. Mir macht alles unheimlich viel Spaß, daher kann ich mich nicht entscheiden. Der Mix macht’s!

fitnessRAUM.de: Worauf achtest du, wenn du selbst trainierst? Gibt es Favoriten, die du in dein wöchentliches Training einbaust?

Julia Schuppel: Das hängt von meiner Tagesverfassung ab – ich mache einfach, worauf ich Lust habe. Es kann sein, dass ich drei Monate lang nichts mit Tanz mache, dafür aber viel Intervalltraining oder Intensive Workouts. In anderen Phasen bin ich nur mit dem Tanzen beschäftigt. Oder aber auch mit einem Mix. Es kommt darauf an, wie ich drauf bin und was mir gerade liegt.

fitnessRAUM.de: Dein neues Programm "Push your Limits" ist sehr intensiv. Was kannst du uns darüber erzählen?

Julia Schuppel: Es geht darum, wirklich ans Limit zu gehen. Ohne Limits und Grenzen ist schließlich kein Training möglich – man entwickelt sich nicht weiter. Daher sollte man sich nicht demotivieren lassen, wenn man die Stunde nicht gleich komplett durchmachen kann. Das ist sogar so beabsichtigt! Am Anfang packt man vielleicht die Hälfte und mit jedem Workout steigert man sich. Also nicht gleich verzweifeln, sondern dranbleiben!

fitnessRAUM.de: Und wann merkt man die ersten Erfolge?

Julia Schuppel: Je konsequenter man ist und je intensiver man trainiert, desto schneller merkt man die ersten Erfolge. Natürlich spielt es auch eine Rolle, welche Ziele man hat: will man Gewicht verlieren oder Muskeln aufbauen? Muskelaufbau dauert natürlich länger als Gewichtsreduktion, je nachdem wie viel Übergewicht man hat. Mein neues Programm ist nicht für den Gewichtsverlust konzipiert, sondern als Bewegungstraining und zur Verbesserung der Kraftausdauer.

fitnessRAUM.de: Kann auch ein Anfänger mitmachen oder ist das zu tough?

Julia Schuppel: Ob Anfänger oder Vollprofi, Frau oder Mann, ob jung oder alt. Jeder kann mitmachen – denn jeder sucht sich sein eigenes Limit. Man kann jederzeit aussteigen und macht nur so viel, wie es der Körper zulässt. Am besten ist es, wenn man gut auf sich selbst hört. Das kommt auch automatisch, der eigene Körper sagt einem schließlich, wie weit man gehen kann – der Wille allein versetzt keine Berge. Ich kann ja auch nicht ins Studio gehen und nur weil ich das will 140 kg Bankdrücken. Da muss dann schon etwas mehr sein als "nur" der Wille.

fitnessRAUM.de: Viele haben das Ziel, fünf Kilo weniger auf die Waage zu bringen. Hast du einen Tipp, wie man das am besten anpackt?

Julia Schuppel: Das Wichtigste zuerst: Vergesst das Gewicht und stellt die Waage zur Seite! Das so genannte Wohlfühlgewicht ist wichtig. Man sollte sich erst dann wiegen, wenn man sich im eigenen Körper wohlfühlt. Das Gewicht, das die Waage dann anzeigt, sollte man beobachten und versuchen zu halten. Wenn man Fett verliert und Muskelmasse aufbaut, nimmt man sogar erst einmal zu, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Also – Waage weg und fleißig trainieren, bis man sich wohlfühlt – und erst dann wiegen!

fitnessRAUM.de: Müssen Frauen anders trainieren als Männer?

Julia Schuppel: Nein, überhaupt nicht. Wir sind uns anatomisch ähnlich, haben aber viele Bewegungsabläufe verlernt. Diese müssen wir trainieren. Das was man schon kann, muss man nicht üben. In meinen Kursen kommt zum Beispiel immer Panik auf, wenn ich mit Liegestützen anfange. Ausreden zählen dann natürlich nicht. Training funktioniert nur, wenn man Dinge macht, die man eben nicht kann. Nur so kann man auch eine Entwicklung sehen.  

fitnessRAUM.de: Hast du einen Motivationstrick?

Julia Schuppel: Wenn ich ein Patentrezept hätte, dann wäre ich, glaube ich, die reichste Frau der Welt. Daher – jeder muss sich selbst ein Ziel setzen und es auch verfolgen. Motivation ist das Einzige, was man wirklich selbst leisten muss. Da kann einem leider keiner helfen, denn das funktioniert für jeden anders. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht: Wenn man anfangs intensiv dranbleibt, kommt die Motivation irgendwann von ganz allein. Ab diesem Zeitpunkt wird der Alltag ohne Sport unvorstellbar und man braucht den Sport.

fitnessRAUM.de: Achtest du auf deine Ernährung und hast du vielleicht ein paar Tipps?

Julia Schuppel: Solange man kein Leistungssportler ist, muss man sein Essen nicht wirklich wiegen und auf alles achten. Im Gegenteil: Natürlich darf man sich auch mal etwas gönnen. Wenn man Lust auf eine Tafel Schokolade hat, sollte man die Schokolade genießen, solange es im Rahmen bleibt und man trotzdem das Training weiter durchzieht. Der Sport gleicht kleine Sünden aus und man muss kein schlechtes Gewissen haben. Reiner Verzicht, zum Beispiel auf Kohlenhydrate oder Zucker, ist dagegen eine schlechte Lösung. Lässt man Kohlenhydrate eine Zeit lang weg, speichert der Körper sie umso mehr in Fettdepots, sobald er sie wieder bekommt, da der Körper Sorge hat, dass bald wieder eine "Verzicht-Zeit" kommt und so für Vorräte sorgt. Also bitte nicht dauerhaft auf bestimmte Nährstoffe verzichten, vor allem nicht auf die, auf die man besonders Lust hat.

Julia Schuppel: Der bessere und richtige Weg ist es, ausgewogen und bewusst zu essen, sich Zeit zu nehmen. Gerade für Berufstätige ist die Planung extrem wichtig. Bei Menschen, die Vollzeit arbeiten, bleibt gesundes und ausgewogenes Essen häufig auf der Strecke. Anstatt in der Mittagspause mal eben schnell zu Fast Food zu greifen, hilft es, am Abend vorher ein bisschen mehr zu kochen und das dann mit ins Büro zu nehmen.

fitnessRAUM.de: Du bist Mama einer kleinen Tochter. Wie bekommst du Sport und Kind unter einen Hut?

Julia Schuppel: Diese Frage stellen mir viele. Ich weiß es nicht genau, es ist eben Alltag. Meine Kleine hat auch ihren Tagesablauf, dem passe ich mich an: Wenn sie zum Beispiel im Kindergarten ist, versuche ich meine Sachen zu erledigen. Zum Sport nehme ich sie meistens einfach mit. Oder sie fährt auch mal mit dem Fahrrad nebenher, wenn ich joggen bin. Also einfach das Kind integrieren. Natürlich versuche ich sie dabei nicht überzustrapazieren. Außerdem habe ich Unterstützung von meinen Eltern und viele Freunde, die auch Kinder haben. Wenn wir zusammen trainieren, nehmen sie ihre Kinder ebenfalls mit. Die spielen dann, während wir trainieren. Das ist bei mir zum Glück alles sehr unproblematisch.
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