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Interview mit Ralf Peekel: Heilung finden durch AnanDao
Das westliche Leben ist vielfach geprägt von Stress und Überforderung im Berufs- und Privatleben. Wie Körper und Geist wieder Entspannung finden können, erzählt AnanDao-Gründer Ralf Peekel im fitnessRAUM.de-Interview. Zusammen mit seiner Frau Noa hat er eine Methode entwickelt, die das Beste aus Yoga, QiGong und Tai Chi vereint.

fitnessRAUM.de: Ralf, du warst früher Unternehmensberater. Wie kam es zum Wandel hin zu AnanDao?

Ralf Peekel: Ich bin die letzten Jahre in meinem Beruf als Unternehmensberater sehr oft zwischen Tel Aviv, Brüssel, Amsterdam und Frankfurt hin- und hergependelt. Die vielen Reisen – meistens mehrfach wöchentlich – und der enorme Druck, immer auf einem sehr hohen Level erfolgreich zu arbeiten, haben mir einen schweren Tinnitus beschert. Ich hatte schon zu Zeiten meines Studiums mit chinesischer Kampfkunst begonnen und war immer sehr an den östlichen Philosophien interessiert. Ein paar "Zufälle" haben mich in die heiligen Berge des Wudang zum "Kloster des purpurnen Wolkenhimmels" geführt. Dort fand ich Heilung. Das hat mich so bestätigt und beeindruckt, dass ich das mit anderen teilen wollte.

Die Welt dreht sich gefühlt immer schneller, viele Menschen leiden unter Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Stress. Was kann man tun?

Wer fähig ist zu realisieren, dass gesundheitliche Probleme, egal ob physisch oder mental, bestehen, hat schon den ersten Schritt in Richtung Verbesserung getan. Viele müssen diesen Schritt erst bewältigen, um den Glauben zu finden, dass jeder selbst positive Veränderungen herbeiführen kann. Unser Tipp ist, sich dann etwas zu suchen, was einem gefällt. Das ist zum einen eine Typ-Frage, aber natürlich muss auch der richtige Lehrer gefunden werden. Heilung oder Veränderung muss mit Spaß an der Übung einhergehen, sonst wird das wie oft nur eine erste Erfahrung bleiben.

AnanDao kombiniert Elemente aus dem Yoga, QiGong und Tai Chi. Warum gerade dieser Mix?

Noa und ich üben seit etwa 10 Jahren zusammen. Das hieß am Anfang, dass ich mit ihr Yoga übte und sie mit mir Qi Gong und Tai Chi. Wir begannen unsere Fähigkeiten zusammen in Indien und China weiterzuentwickeln und so eine tiefe Liebe und Hingabe für die verschiedenen Systeme zu entwickeln. Jedes hat in sich unglaubliche Qualitäten, aber zusammen sind sie unschlagbar. Allerdings haben wir oft gemerkt, dass wir Dinge, die wir z. B. in Wudang gelernt haben, nicht direkt weitergeben konnten. Manches war körperlich einfach zu anspruchsvoll. Andere Übungen passten einfach nicht zum Anforderungsprofil einer Abendstunde. Die meisten in der Gruppe haben abends noch zu viel im Kopf und sind körperlich gar nicht in der Lage, bestimmte Übungen auszuführen. Über die Jahre wurde uns klar, dass unser westliches Leben unseren Körper und zum Teil auch unseren Geist hart macht. Stress macht hart in jeder Beziehung und wir sahen es für uns als Königsdisziplin an, Übungen so zu arrangieren, dass der Körper zwar gefordert wird, aber vor allem auch loslassen und entspannen kann.

Inwiefern trägt AnanDao zur körperlichen und geistigen Stärkung bei?

Im Westen separiert man oft Körper und Geist. In den Bergen von Wudang sind über Jahrhunderte Übungssysteme gewachsen, die nahelegen, dass du das eine ohne das andere nicht tun kannst. Auch die moderne Hirnforschung beweist schon seit vielen Jahren, dass diese Trennung obsolet ist. Unsere Art der Übung fordert immer den ganzen Menschen.

Wie oft sollte man üben und welche positiven Effekte sind dann zu spüren?

Das hängt immer davon ab, was jeder individuell erreichen will. Wer sich entspannen, fit halten und etwas Zeit mit sich verbringen möchte, sollte ein- bis zweimal die Woche jeweils 60-90 Minuten üben. Mit jeder Wiederholung entsteht ein besseres Gefühl für die Übung und schon nach ein paar Wochen wird eine neue Geschmeidigkeit spürbar, die in den Alltag integriert werden kann. Gibt es gesundheitliche Probleme wie Rücken oder Gelenkschmerzen kann ein leichtes Training mehrfach die Woche jeweils 30-60 min vielleicht schon deutlich Besserung bringen. Die chinesischen Ärzte haben da oft gänzlich andere Vorstellungen als unsere Orthopäden. Die leichten, runden Übungen aus dem AnanDao bringen schnell Linderung und neue Beweglichkeit in Rücken, Hüfte oder andere Gelenke, sobald die schlimmsten Schmerzen etwas abgeklungen sind. Wer noch mehr erreichen, inne halten und die Übungspraxis bei fitnessRAUM.de erweitern möchte, sollte einfach mal eine Woche mit uns verbringen und aus erster Hand in toller Umgebung mit uns arbeiten.

Sind für AnanDao Vorkenntnisse nötig?

Es sind keinerlei Vorkenntnisse für AnanDao nötig, jeder sollte die Übungen wie in der Anleitung beschrieben angehen. Langsam anfangen, in den eigenen Möglichkeiten üben und möglichst oft wiederholen, um ein bisschen an Tiefe zu gewinnen.

- er/sr/fr