Top informiert im Magazin


So geht Fitness heute


Interview mit Katharina Vollus: "Fit bleiben im Office"
Durch die voranschreitende Digitalisierung verbringen wir immer mehr Zeit vor dem Rechner und werden von immer mehr Reizen überflutet. Wie du trotzdem fit und entspannt durch den Büroalltag kommst, verrät dir Katharina Vollus vom Blog Ordnungsmentor im fitnessRAUM-Interview mit Stefanie Roloff. Ihr Credo: "Erst wenn du richtig Pause machst, nutzt du das volle Potential im (Home-)Office".

fitnessRAUM.de: Womit befasst sich dein Blog Ordnungsmentor und wie bist du darauf gekommen, diesen zu gründen?

Katharina Vollus: Mit meiner Arbeit als Ordnungsmentorin unterstütze ich Menschen dabei, sich eine motivierende Arbeitsumgebung zu erschaffen, was viel mit geeigneten Strukturen zu tun hat. Außerdem verhelfe ich ihnen zu Lösungen für eine gelungene Selbstorganisation, die mehr Fokus ermöglicht.

Ich inspiriere und motiviere liebend gern in den Bereichen Ordnung, Struktur, Produktivität, Zeitmanagement, Aufgabenmanagement, Erholung und Ziele. Darüber hinaus gebe ich Tipps für hilfreiche Tools und Techniken. Selbstverständlich gehören dabei auch aktive Pausen mit dazu.

fR: Wie kann man in den Büro-Alltag kleine Fitness-Einheiten fest einbauen?

K.V.: Wichtig ist es zunächst, einen Unterschied zwischen Zeitplanung und Aufgabenmanagement, also der ToDo-Liste, zu machen. Auf die ToDo-Liste kommen alle wichtigen Dinge, die ich erledigen möchte. Feste Zeitblöcke, für Aktivitäten die ich unbedingt in meinen Alltag integrieren möchte, gehören in den Kalender. Außerdem hilft es, sich seine Jahres- oder Quartalsziele auch zum Thema Sport mal aufzuschreiben. Dann wird es leichter, auf das Ziel hinzuarbeiten und am regelmäßigen Sport dranzubleiben.

fR: Hast du einen persönlichen Fitness-Motivationstipp?

K.V.: Ziele setzen! Das klingt erstmal ganz simpel – kann aber große Wirkung entfalten. Zunächst einmal ist die konkrete Auseinandersetzung damit, was ich gern erreichen will und wie ich mich dann fühlen werde, für die Verankerung des Ziels bei uns selbst super wichtig. Nur wenn man weiß, warum man etwas tut, kann man den Schweinehund immer wieder in Schach halten.

Zudem sollte man das Ziel mit samt seinen Zwischenschritten schriftlich festhalten und es wirklich konkret machen (also mit Datum und genauen Angaben). Es sollte also nicht heißen: "Ich möchte mich mehr fit halten!", sondern: "Ich möchte ab Zeitpunkt X zweimal pro Woche einen Fitnesskurs machen!". In meinem Artikel "Ziele bringen Fokus für deine Wünsche" beschreibe ich, wie man ein Ziel mit Hilfe der sogenannten BE SMART-Formel umsetzen kann.

fR: Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

K.V.: Ich sitze ziemlich viel am Rechner, da ich meine Kunden nicht immer vor Ort, sondern auch oft über Skype betreue. Außerdem konzipiere ich am Mac neue Inhalte und schreibe meine Blogartikel. Dazu kommen ab und zu Treffen in meiner Mastermindgruppe (einer Unterstützergruppe mit gleichen Zielen) sowie mit meinem Coach oder andere Netzwerkveranstaltungen. Diese Treffen bringen mich nicht nur geistig, sondern auch körperlich in Bewegung.

fR: Wie hältst du dich sonst noch im Arbeitsalltag fit?

K.V.: Ich plane möglichst abgeschlossene Aufgaben, nach denen ich dann jeweils kurze Pausen mache und mich aktiv erhole, strecke oder einen schönen Tee zum Entspannen trinke. An einigen Nachmittagen bin ich mit meiner kleinen Tochter noch aktiv auf dem Spielplatz oder im Park unterwegs. Ansonsten fahre ich zu allen Terminen in meinem Wohnort Berlin mit dem Fahrrad.

fR: Welche Sportarten würdest du als Ausgleich empfehlen, wenn man wie du viel im Office sitzt?

K.V: Ich denke Yoga ist super geeignet, weil es die vom Sitzen verkürzten Sehnen und Muskeln dehnt und den Geist beruhigt. Aber meiner Meinung nach kommt es nicht nur auf die Sportart an, sondern ich muss darauf wirklich Lust haben und es muss von der Logistik und den Personen her zu mir passen, damit ich langfristig dabei bleibe. Dann ist Sport ein echter Produktivitäts-Booster!

Ich selbst mache begeistert Crossfit, weil ich mich wirklich gern richtig auspowere. Das ist ein funktionales Training in kleinen Gruppen mit Trainer, welches gleichermaßen Kraft, Ausdauer und Agilität trainiert.

fR: Kannst du eine Übung empfehlen, die man direkt vom Schreibtisch aus machen kann?

K.V.: Man sollte aufstehen und nacheinander um alle Gelenke des Körpers ein wenig rechts und links herum kreisen – natürlich auf beiden Seiten: Also den Kopf, die Schultern, Ellenbogen, Handgelenke, Beine um die Hüftpfanne, Knie und Fußgelenke kreisen lassen. Dabei tut es gut, kräftig ein- und auszuatmen.

fR: Wie könnte eine aktive Pause im Büro aussehen?

K.V.: In jedem Fall sollte man vom Stuhl aufstehen und nicht mit einer Tasse Kaffee sein E-Mails checken ;-). Eine aktive, kleine Auszeit könnte zum Beispiel so aussehen: Am offenen Fenster frische Luft einatmen und 10 Minuten sportiv den Kreislauf anregen. Über das unterschätzte Potenzial der Pause schreibe ich auch auf meinem Blog und gebe zusätzlich viele Inspirationen.

fR: Wie ernährst du dich in deinem Arbeitsalltag?

K.V.: Natürlich versuche ich, auf gesunde Ernährung zu achten. Das fällt mir wesentlich leichter, seit ich zu Hause arbeite. Hier kann ich selbstzubereitete Suppen, Salate und viel Gemüse vorbereiten, die meine kleine Tochter und mein Mann dann abends auch noch genießen können. Aber natürlich kann man sich auch ins Büro selbstzubereitete Speisen mitnehmen. Besonders gut zum Aufwärmen eignen sich aus meiner Sicht zum Beispiel Quiche und Gemüse-Aufläufe.

fR: Was hältst du von Online-Fitness?

K.V.: Gerade wenn man von zu Hause aus arbeitet, aber auch im Büro, eignen sich Online-Kurse sehr gut, um regelmäßige Bewegungseinheiten zu integrieren. Wenn man sich hier eine Routine in den Alltag einbaut, zum Beispiel als Nachmittags-Kick oder als Abschalt-Abend-Ritual, dann kann das langfristig funktionieren.

fR: Wie schafft man es im Berufsalltag Grenzen zu setzen und sich Zeit für kurze Pausen und Entspannung zu gönnen?

K.V.: Wichtig ist unter anderem, dass man Ablenkungen vermeidet und seine Aufgaben vor Arbeitsbeginn klar abgrenzt. Dann fällt es einem auch leichter, nach einer erledigten Aufgabe in die verdiente Pause zu gehen. Wenn ich stattdessen schon fünfmal zwischendurch in den sozialen Medien gesurft habe und mir eh nicht klar ist, was genau das Ergebnis meiner aktuellen Tätigkeit sein soll, kann ich mir auch schlechter eine Pause gönnen.

fR: Wie sieht für dich eine gute Work-Life-Balance aus?

K.V.: Man kann nie alles schaffen, aber wenn man seine Ziele für sich klar formuliert hat, erkennt man leichter, welche ToDos wirklich wichtig sind. Danach kann man ruhigen Gewissens entspannen und genug Zeit mit Freunden und Familie verbringen. 

fR: Wie entspannst du nach Feierabend?

K.V.: Alles, was meine grauen Zellen mal auf ganz andere Bahnen lenkt, empfinde ich als sehr entspannend. Abschalten ist als Lockerung der Gehirnmuskeln mindestens so wichtig wie Bewegung und Training für die restlichen Muskeln. Das kann am Abend Crossfit sein, ein Konzert- bzw. Galeriebesuch, ein Abendessen mit Freunden oder ein paar Stunden im Spa.



Bild: Katharina VollusKatharina Vollus ist Ordnungsmentorin, Bloggerin und Mompreneur. Die studierte Sozialökonomin und Kulturmanagerin hat nach einem Jahrzehnt als Projektmanagerin in der Kreativbranche erkannt, dass sie noch mehr Sinn stiften kann, wenn sie mit ihrer Erfahrung und Leidenschaft Menschen hilft, durch mehr Fokus ihre eigenen Talente besser ausleben zu können. Hierfür hat sie ein eigenes Fokus-Booster-Programm entwickelt, in dem sie ihre Kunden in 7 Schritten vom Chaos-Schreibtisch zur effektiven Kommandozentrale führt.

Katharina Vollus – Ordnungsmentorin
Begleite mich auch auf Facebook und Twitter


Foto-Credits
Aufmacherbild: © endostock / Fotolia.com
Porträt Katharina Vollus: Ordnungsmentor